In der frueh, als der Hahn noch nichts sagt,
Und die Sonne den Kopf fast gezeigt hat,
Gehe ich durch die sterbende Nacht,
Auf den Sonnenschein zu, Richtung Freiheit.

Ob gerade der Weg, oder krumm -
Ich werd ihn unermuedlich beschreiten,
Und ich dreh mich gewiss nicht mehr um -
Vor mir liegen unendliche Weiten.

Alles, was bis jetzt mein Leben war -
Alles bleibt nach und nach auf der Strecke,
Und der neue Tag bietet sich dar
Als ein Tor in das strahlende Mekka.

Geld und Gueter, Ruf, Ruhm, Sex und Neid
Scheinen heute fuer mich matt und wertlos,
Und ich tue mir selbst fast schon Leid,
Denn ich war gegen sie so lang wehrlos.

Nun, der Himmel ist gluehend und rot,
Und ich bin diesem Licht immer naeher,
Letztes Geld werfe ich ueber Bord,
Doch um mich kreisen schreiende Kraehen.

Jeder Schnabel zielt sicher und hart,
Jeder Angriff erfolgreich und blutig -
Sie vertreiben mich wieder zum Start,
Doch ich bleibe zielstrebig und mutig.

Denn ich weiss - diese Huerde muss sein,
Letzer Kampf mit mir selbst um die Freiheit,
Jede Suende schlaegt gnadenlos ein,
Jede Schwaeche tritt vor, jede Weichheit.

Wer sagt mir, welche hoehere Macht
Welchen Lauf das denn nimmt, welche Wende,
Ob ich diese erbitterte Schlacht
Jemals zu meinen Gunsten vollende...
 
 

06.07.2003